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Januar 2010 | Melos liefert Kunststoff-Granulate nach Dubai – Meydan City ist die neue Dimension des Pferdesports


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Bei einem Großprojekt in Dubai hat die in Melle bei Osnabrück beheimatete Firma Melos international auf sich aufmerksam gemacht: Für den Neubau der weltweit einzigartigen Pferdeanlagen in Meydan City lieferte das Meller Unternehmen spezielle Kunststoffgranulate, die für die Herstellung eines Bodenbelags für eine Tunnelzuwegung zur Pferderennbahn verwendet wurden. Ein ganz besonderer Auftrag für das 150 Mitarbeiter starke Unternehmen, dessen Schwerpunkt die Herstellung von Kunststoffgranulaten für Fallschutzflächen, Leichtathletiklaufbahnen und Kunstrasenplätze ist. Melos entwickelte unter anderem das Granulat für die blaue Laufbahn im Berliner Olympiastadion.

Pferderennen sind in Dubai populär. Der Dubai World Cup ist mit derzeit 21 Mio. Dollar Preisgeld das höchstdotierte Pferderennen der Welt. Er ist Abschluss und Höhepunkt der Pferderennsaison im arabischen Emirat. Pferde aus Asien, Südafrika, Nord- und Südamerika, Europa und dem Emirat sind am Start. Zugelassen zum Rennen sind nur englische und arabische Vollblüter. Im Rennen selbst bringen es die Tiere auf ein Durchschnittstempo von etwa 60 km/h.

Wegen der hohen Belastung während des Rennens ist eine schonende Behandlung vor- und nachher für die Pferde umso wichtiger. Die besondere Aufgabenstellung für die Entwickler von Melos war die exakte Abmischung der Granulatfarben. Nach der Fertigstellung wird der Belag erdfarbig sein. Spezielle Braun-, Beige- und Gelb-Töne wurden verwendet. „Hitzebeständig sind die Granulate ohnehin“, sagt Jörg Siekmann, Geschäftsführer von Melos. Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, Produktion und Lieferung in nur drei Monaten abzuwickeln, sagt der Firmenchef. Immerhin wurden von Anfang September bis Ende November rund 500 Tonnen Material verschifft. Auch die verwendete Körnung ist speziell. So wurden am Stammsitz in Melle Granulate in den Korngrößen 0,5/2,5 und 1/3,5 mm abgemischt, die derzeit vor Ort eingebaut werden. Auftraggeber ist ein Bauunternehmen aus Dubai.

Die Farbgenauigkeit der 182 gelieferten Tonnen Buntmischungsgranulate in sieben verschiedenen Chargen genau zu treffen, sei eine weitere Herausforderung gewesen, sagt Projektleiterin Anja Husemann. Lieferungen nach Dubai sind für die international agierende Firma Melos indes kein Neuland. „Wir haben dort schon einige Projekte realisiert“, sagt Husemann.

Am 28. Januar 2010 wird nun der Dubai World Cup zum 15. Mal ausgetragen und er wird mit der Eröffnung von Meydan City eine Premiere sein mit zahlreichen Superlativen: Mit einem Fassungsvermögen von 60.000 Besuchern ist die Arena mit dem 2.400 m langen Rundkurs weltweit die größte. Zwei Kilometer lang ist der dann ebenfalls fertig gestellte Tunnel zur Reitbahn, der mit Melos-Belag ausgestattet wurde. Um auch den Schallpegel zu dämpfen, wurde Granulatmaterial auch an den Tunnelwänden aufgetragen.

Sowohl die Pferderennbahn, der so genannte „Race Course“, als auch die Stadt Meydan City selbst, wurden auf einer Gesamtfläche von 6,2 Quadratkilometern quasi aus dem Boden gestampft. Nur wenige Kilometer ist Meydan City von der Mündung des Dubai Creeks entfernt. Bauherr ist Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, der Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate. Zu einem beträchtlichen Teil wird Dubais Pferderennbranche von der Regierung subventioniert. Nicht zuletzt durch diese Unterstützung konnte sich der professionelle Pferderennsport in den Vereinigten Arabischen Emiraten gut entwickeln.

Pferdesport in Dubai genießt hohen Stellenwert
Das Herrscherhaus von Dubai, die Familie des Scheichs Al Maktoum, zählt zu den bedeutendsten und erfolgreichsten Unternehmern in der Pferderennbranche weltweit. „Godolphin“ heißt deren familieneigener Rennclub. Zahlreiche Familienmitglieder sind erfahrene Reiter, die ihre Pferde bei den prestigeträchtigsten Rennen rund um den Globus an den Start bringen und sogar schon Weltmeisterschaften gewonnen haben. Den Tieren geht es im Emirat bestens. Es gibt dort unter anderem Pferde-Schwimmbäder - Laufbänder und Pferde-Krankenhäuser. Als Leckerbissen hat der Scheich für seine Lieblinge stets etwas Besonderes im Gepäck: honigversiegelten Hafer aus Frankreich.

Ist die Rekordsumme von 21 Mio. Dollar Preisgeld für den Dubai Word Cup nicht schon herausragend genug, darf sich der Sieger zusätzlich über einen Pokal aus 18-karätigem Gold (185 Unzen) freuen. Der Pferderennsport gilt dort somit als äußerst profitabel – vielleicht auch das ein Grund, warum in Dubai jährlich rund 700 Pferde bei über 200 Rennen an den Start gehen.

Meydan City – Großprojekt am Dubai Creek
Zurück zu Meydan City: Aufgeteilt ist die Retorten-Stadt in vier unterschiedliche Bereiche. Im Mittelpunkt steht der Pferdesport samt Rennbahn und den guten Trainings- und Zuchtmöglichkeiten. Für die Besucher von Meydan City wird mit einem Luxushotel, Gourmetrestaurants, einem Theater und einem Museum auch ein kulturelles Programm geboten. Die Dimensionen, die mit Meydan City verbaut wurden, verdeutlicht vielleicht auch das Parkhaus – es fasst rund 10.000 Autos. Nicht zuletzt können Gäste vom Dubai Creek über einen vier Kilometer langen Kanal, der durch Meydan City fließt, mit dem Boot am östlich der Zuschauertribüne entstandenen Yachthafen anlegen. Die Wüstenstadt verbindet drei Dinge: Im „Godolphin Parks“ mit dem „Gateway Tower“ (40 Stockwerke) kann man nah am Wasser und mit den Pferden leben, sowie gleichzeitig nah am pulsierenden Stadtzentrum wohnen.

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